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Thema: Meine Kunst – Was mich bewegt – Malerei und Plastiken

Foto: Tahir Xəlfəquliyev auf pexels.com
Nach Fotografie im vergangenen Jahr stehen in diesem Jahr wieder Pinsel, Farbe und Leinwand, aber auch Material zur plastischen Gestaltung kleiner Objekte im Mittelpunkt des alljährlichen Kunstwettbewerbs des Kunstverein Hansestadt Korbach. Wie sich bereits aus dem Wettbewerbs-Titel ergibt, laden wir dazu ein, Malerei und Plastiken ganz individuell nach dem eigenen künstlerischen Können gänzlich frei zu gestalten. Die aufgrund dessen denkbaren künstlerischen Produkte versprechen eine größtmögliche Vielfalt: Vom Landschaftsbild über Portraits, Stillleben oder Cartoons, bis hin zu abstrakten Motiven oder der bloßen Phantasie entsprungenen Darstellung.
Alternativ hierzu besteht die Möglichkeit, ebenfalls frei von jeglichen Vorgaben, kleine Plastiken zu erstellen. Dabei stellen wir keinerlei Anforderungen hinsichtlich der anzuwendenden Techniken. Zum Wettbewerb eingereicht werden können dementsprechend alle Arbeiten, gleich ob diese mit Acryl-, Öl-, Aquarellfarbe, Malstiften oder Tusche gemalt oder gezeichnet, oder als Kollagen erstellt sind; entsprechend frei ist die farblicher Gestaltung der Plastiken und die Verwendung weiterer formgebender Materialien.
Der Kunstverein stellt den interessierten Teilnehmern insgesamt 100 Leinwände auf Keilrahmen zur Verfügung. Wer sich anstelle der Malerei oder des Zeichnens mit der Herstellung einer Plastik befassen möchte, kann stattdessen eine Modelliermasse erhalten. Die Ausgabe der Materialien erfolgt ab dem 21.08. in den Räumen der Galerie des Kunstvereins. Leinwände oder Modelliermasse können dort, so lange der Vorrat reicht, während der üblichen Öffnungszeiten kostenlos abgeholt werden. Die Rückgabe der Werke hat dann am 09.10., 10.10. und 11.10.2026 , ebenfalls während der üblichen Öffnungszeiten, in der Galerie im Bürgerhaus Korbach zu erfolgen. Für die Preisträger sind Preise in Höhe von insgesamt 1000 € ausgelobt, deren Verteilung in gewohnter Weise durch die für die Vergabe zuständige Jury erfolgt.
Wie bei den Vorjahresprojekten werden alle Werke final im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Hierzu sind alle Keilrahmen/Plastiken mit den Kontaktdaten des Teilnehmers / der Teilnehmerin und die Bilder darüber hinaus rückseitig mit einer geeigneten Aufhängung zu versehen. Auch in diesem Jahr, soll der Kunstwettbewerb das Interesse der Korbacher Bürger an Themen der Kunst fördern und Groß und Klein, Einzelpersonen, Familien und Gruppen zu einer Auseinandersetzung mit künstlerischen Themen und Techniken anregen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden dann in der Zeit vom 16.10. (Vernissage) bis zum 20.11.2026 in einer großen Ausstellung im Kunstverein präsentiert.


"Schwellenrauschen" beschreibt einen Zustand des Dazwischen, beschreibt das, was die Exponate der Ausstellung der Künstlerin Anna Charlotte Frevel unter Mitwirkung des Künstlers Maximilian Dörbecker charakterisiert:
Malerei, skulpturale Elemente, installative Setzungen und zeitbasierte Arbeiten treten in einen Dialog und eröffnen ein Gefüge, in dem sich digitale, materielle und biologische Prozesse überlagern; generierte Bildstrukturen werden in Malerei überführt, materialbasierte Arbeiten entwickeln sich aus offenen, teilweise unkontrollierbaren Prozessen, und algorithmisch erzeugte Formationen werden als Fragmente in den Raum übersetzt; Arbeiten die Teil eines fortlaufenden Prozesses sind, in dem sich analoge und digitale Verfahren, materielle Dynamiken und konzeptuelle Überlegungen gegenseitig durchdringen.
Die Ausstellung der in Münster lebenden Künstlerin zeigt erstmalig im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum Arbeiten aus unterschiedlichen Werkzusammenhängen in einer gemeinsamen Präsentation, um so deren gemeinsame Fragestellungen in einer räumlichen Konstellation erfahrbar zu machen. Über die verschiedenen Medien hinweg - Malerei, Skulptur, Installation und zeitbasierte Arbeiten - verbindet Anna Charlotte Frevels Praxis ein gemeinsames Interesse an Form als prozesshaftem, relationalem Gefüge. Unabhängig vom jeweiligen Material oder Medium entstehen die Arbeiten aus Situationen, in denen unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen.
In der Malerei zeigt sich dies in der Überlagerung von digital generierten Bildräumen und materiellen Prozessen, in denen sich Bedeutungen verschieben und verunklaren. In den plastischen Arbeiten mit Maximilian Dörbecker wird Material selbst zum formgebenden Moment, dessen Verhalten nicht nur mitgedacht, sondern aktiv zugelassen wird, wobei diese Logik auch in Anna Charlotte Frevels Arbeiten auf algorithmische Prozesse ausgeweitet wird und Form als emergentes Ergebnis relationaler Dynamiken erscheint. Anna Charlotte Frevel ist examinierte Meisterschülerin der Kunstakademie Münster und entwickelte 2024-25 im AI Lab der Vrije Universiteit Brüssel ein künstlerisches Forschungsprojekt zu generativen Wachstumsprozessen. Ihre Arbeiten umfassen Malerei, installative und skulpturale Arbeiten sowie algorithmische Bild- und Formgenerierung. Im Zentrum steht die Untersuchung von Form als Ergebnis dynamischer Wechselwirkungen zwischen biologischen, materiellen und technischen Systemen. Die Arbeit der Künstlerin ist in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise durch Stipendien und Förderprojekte unterstützt worden. Sie hat ihre Kunst in den vergangenen 10 Jahren im mehr als 30 Ausstellungen, u.a. in München, Hamburg, Potsdam, Mannheim, Essen, Brüssel, Los Angeles, Seoul, Treviso präsentieren dürfen.
Wir freuen uns und sind stolz darauf, diese junge, besonders talentierte Ausnahmekünstlerin, deren Arbeiten traditionelle Grenzen der Gegenwartskunst auflösen, unter Beteiligung von Maximilian Dörbecker, in Korbach präsentieren zu dürfen. Die Ausstellung wird durch Klangbilder und Klanginstallationen des Künstlers, Dipl. Tonmeisters, Composers und Sound Director Dr. Max-Lukas Hundelshausen begleitet und dadurch zu einem besonderen audio-visuellen Erlebnis.
Am 6. September um 15 Uhr findet eine besondere Führung zur Ausstellung statt. Micheal Preuße-Song führt in die Gedankenwelt der Künstlerin ein und steht für Fragen zu den Objekten und Bildern zur Verfügung. Die Führung ist kostenlos. Es muss nur der Eintritt ins Museum bezahlt werden (4 Euro). Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Kunstverein Hansestadt Korbach e.V.
Michael Preuße-Song, Joo Song, Kuratoren
Kunstverein reist zur Kunstausstellung nach Münster

Korbach/Münster. Der Korbacher Kunstverein veranstaltet mehrmals im Jahr Exkursionen zu Ausstellungen bekannter Künstler, die sehr beliebt und meist schnell ausgebucht sind. In der vergangenen Woche ging es nach Münster zu Picasso und Kirchner im LWL Museum, eine beeindruckende Ausstellung.
Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) und Pablo Picasso (1881–1973) wurden nur ein Jahr nacheinander geboren, und beide gelten heute als zentrale Vertreter der Moderne. Sie sind einander nie persönlich begegnet, doch gibt es überraschende Parallelen oder Ähnlichkeiten, die beide zu ihren Lebzeiten nie wahrhaben wollten.
Die Ausstellung ist geprägt durch eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und Techniken. In über 100 Gemälden werden die Gemeinsamkeiten und Gegensätze der beiden Künstler dargestellt. Sie zeigen sich als Zeitzeugen einer neuen Epoche und erzählen von Aufbruch, Krisen und Leidenschaft. Porträts, Selbstporträts, aber auch Motivkomplexe wie der menschliche Körper in unterschiedlichen Kontexten sind dabei. Gerade die Schnittmengen in Themen wie Tanz und Musik bis hin zu Varieté- und Zirkus-Darstellungen, zeigen die tiefgreifenden Stilwandlungen beider Künstler besonders auf. Dies gilt in ähnlicher Weise für ihre Porträts, die sich gerne ihren jeweiligen Lebenspartnerinnen widmeten. Hier werden unterschiedliche Ausdrucksformen verwendet und typische Erkennungsmerkmale eingearbeitet. Dazu ist die künstlerische Selbstreflexion eine zentrale Konstante im Schaffen beider. Während Picasso für seine Selbstbildnisse häufig einen „Alten Ego“ wie beispielsweise den Minotaurus entwickelte sowie die Fotografie mit einbezog, spiegelte Kirchner sich und sein Ringen mit konfliktreichen Lebenssituationen und mit seiner psychischen wie physischen Gesundheit wesentlich direkter.
Nach einer interessanten Führung mit viele Hintergrundinformationen zu beiden Künstlern durch das Museum gab es noch genügend Zeit zum Verweilen in der sehenswerten Stadt: historische Gebäude, eine unendliche Zahl von Kirchen, massenweise Studenten in den Straßen, ein sehenswerter Markt und auch ein Abstecher zum Antiquariat, wo die bekannte Fernsehserie Wilsberg gedreht wird.